Don’t boil the ocean – Sommer ahoi!

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Don’t boil the ocean – Sommer ahoi!

Juli, der Sommer steht vor der Tür und mit ihm neue Ausblicke, weitere Horizonte. Hinter uns liegen anstrengende Monate, alle waren wir gefordert und immer wieder mal überfordert. Wegen zu wenig Arbeit, wegen zu viel Arbeit, zu viel Ungewissheit, wegen Kontaktmangels, Homeoffice und Homeschooling, Veränderungen im Stundentakt, wegen der zahllosen virtuellen Aperos, virtuellen Sitzungen und virtuellen Begegnungen, privat wie beruflich. Und oft wollten wir dann alles auf einmal und alles richtig machen – Kontakte pflegen, uns beruflich weiterentwickeln, fit bleiben, gesund essen, Ärzten und Krankenschwestern Applaus spenden – boiling the ocean, anstatt gezielt abzuwägen und Schritt für Schritt vorzugehen.

Nach dem Pareto-Prinzip, auch 80-zu-20-Regel genannt, werden 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht; während die restlichen 20 % mit 80 % des Aufwandes die meiste Arbeit erfordern. Ernüchternd, aber auch: erhellend!

Natürlich soll man sich hin und wieder vornehmen, den Ozean zum Sieden zu bringen, das Unmögliche möglich zu machen, und ehrgeizige Ziele soll man sich auch setzen. Nach der rauhen See des letzten Jahres sind wir heute seefest, we´ve got our sea legs, und sind in uncharted waters* versierter als bislang unterwegs, haben unsere Karten mit dem Kompass neu ausgerichtet. Denn kartografisch unerfasste Gewässer gab es seit März 2020 zur Genüge zu erkunden. Mit unseren Kolleginnen und Kollegen, Kunden, Ansprechpartnern, Technikanbietern saßen wir dabei in einem Boot – Teamarbeit, die kostbarer war denn je. Immerhin, manches Problem entpuppte sich im Nachhinein als storm in a teacup. Aber um auf diesem Kurs nicht between the devil and the deep blue sea* zu geraten, in ein Dilemma, war es wichtig, klare Kriterien zu haben und ein Quäntchen mehr Gelassenheit als zuvor mitzubringen.

Deshalb brauchen wir hin und wieder eine Auszeit. Dann lassen wir den Ozean Ozean sein in seiner ganzen Schönheit, hängen den Teekessel übers Lagerfeuer und wärmen uns an der Teetasse die Hände – der Ozean bleibt kühl und erfrischend, und wir verabschieden uns mit den besten Grüßen in die Sommerpause.

Anspieltipps & Kurioses:

Der Standard Between the Devil and the Deep Blue Sea“, z.B. eingespielt von Thelonious Monk, Louis Armstrong, Peggy Lee, Ella Fitzgerald, George Harrison, Paolo Nutini und vielen mehr.

Kuriosität am Rande:

Das angebliche Pink Floyd Album Uncharted Waters“, auch genannt The Album that never was! Unreleased. Kein Bootleg, sondern aus Richard Wrights und Dave Gilmours Soloalben zusammengemixt, allerdings offenbar von Fans, samt Albumcover von Magritte.

Autorinnen: Brigitte Stanglmeier/Dorothee Hofer

Was haben Dolmetscher mit Boutique-Hotels zu tun ?

Auf dem Dolmetschermarkt ist seit einigen Jahren ein zunehmender Trend zu regionalen Zusammenschlüssen von Dolmetschern zu beobachten, durch die Kunden zum einen breiter angesprochen und zum anderen besser bedient werden können – sicherlich ein sinnvoller und für Kunden positiver Ansatz. Daneben wird vor allem seit Beginn der Corona-Krise eine Tendenz zum Dolmetschen aus der Ferne bzw. über das Internet (Remote Simultaneous Interpreting) registriert. Wenngleich diese Arbeitsweise angesichts der Einschränkungen durch die Pandemie manchmal die einzige Möglichkeit darstellt, überhaupt mehrsprachige Veranstaltungen und Besprechungen mit Simultanübersetzung durchzuführen, birgt sie doch auch gewisse Risiken und Gefahren. Denn abgesehen von der grundsätzlich schlechteren Tonqualität bei einer Übertragung des gesprochenen Worts über das Internet fördert diese Entwicklung auch einen weiteren Trend – zur Bereitstellung von Dolmetschleistungen auf digitalen und anonymen Plattformen. Aus den USA kommend, präsentiert sich in Europa beispielsweise ein Anbieter einer digitalen Internet-Lösung, über die sowohl die technische Plattform für eine Veranstaltung per se als auch die „zugehörigen“ Dolmetscher per Mausklick bestellt werden können. Ein Algorithmus wählt daraufhin die bei der Plattform registrierten Dolmetscher entsprechend deren (selbst erstellten) Profilen aus und weist sie der Veranstaltung zu. Das mag aus Kundensicht einfach und bequem erscheinen, doch einer hohen Qualität der Dolmetschleistung ist es nur wenig zuträglich.

Wo aber kommen denn nun die Boutique-Hotels ins Spiel?

In der Hotellerie gibt es schon seit längerer Zeit die großen Hotelketten, die einen einheitlichen Standard festlegen, der in allen zugehörigen Häusern eingehalten werden muss. So findet man dann in Hotels einer Kette immer denselben Zimmergrundriss, dieselbe Badezimmerausstattung und dieselben Bettbezüge bis hin zum selben Toilettenpapier vor. Um sich dieser Tendenz zur einförmigen Einheitlichkeit zu entziehen, haben sich zunächst einzelne und dann immer mehr Häuser als Boutique-Hotels positioniert. Ein Boutique-Hotel ist eine eher gehobene Unterkunft, die sich mit hohem Service, einer gästeorientierten Atmosphäre und einem außergewöhnlichem Design von anderen Hotels unterscheidet und damit auf ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit abzielt. Natürlich hat diese Art der Unterbringung auch ihren Preis, aber dafür können sich die Gäste sicher sein, dass ihre spezifischen Bedürfnisse und Wünsche auch rundum erfüllt werden.

Die im Dolmetschmarkt vermehrt auftretenden Internet-Plattformen mit Rundumangebot inklusive der Dolmetscher sind mit den großen Hotelketten vergleichbar – allerdings mit einem großen Unterschied: Bei einer Hotelkette weiß man zumindest, dass man an allen Standorten immer denselben Service und dieselbe Qualität bekommt. Bei einer anonymen Dolmetschplattform gilt das jedoch nur für die Technik, aber nicht unbedingt für die „zugeteilten“ Dolmetscher. Und darüber hinaus kann ein Kunde oder Nutzer eines solchen Komplettangebots nicht mit den Dolmetschern in Kontakt treten, um sich vor der Beauftragung einen eigenen Eindruck von den Dienstleistern zu machen oder um wichtige Details der Veranstaltung oder Besprechung zu erörtern. Doch genau dieser direkte Kontakt zum Kunden ist den qualitäts- und kundenorientierten „traditionellen“ Dolmetschern sehr wichtig. Sie suchen diesen Kontakt, um wichtige Details für die Angebotserstellung, letzte Änderungen der Tagesordnung oder die von den einzelnen Rednern verwendete Sprache zu erfragen, spezielle Fachbegriffe oder technische Konzepte abzuklären (damit diese dann auch korrekt übersetzt werden) oder sonstige besondere Anforderungen der Kunden zu ermitteln. Eine derartige Vorbereitung und Abstimmung trägt wesentlich zur Qualität und Präzision der erbrachten Übersetzung und damit zum Erfolg einer Veranstaltung bei. Vor diesem Hintergrund sind sich solche qualitäts- und kundenorientiert auftretenden Dolmetscher mit Boutique-Hotels vergleichbar – auch wenn man auf den ersten Blick die beiden Begriffe „Dolmetscher“ und „Boutique“ in zwei gänzlich verschiedenen Welten verorten würde. Aber vor 20 Jahren wusste wohl auch noch niemand, was ein Boutique-Hotel ist …

Jahresauftakt euro communication 2021

Halbjährliche Treffen haben bei euro communication Tradition. Coronokrise hin oder her, die Lust am Austausch über berufliche Themen und allerlei Herausforderungen auf dem Dolmetschermarkt lassen wir uns nicht nehmen. Trotz Pandemie war die Hälfte unserer Mitglieder kurzfristig zu Dolmetschereinsätzen bestellt worden, so dass diese kleine  – aber nicht weniger feine – Gruppe diverse gemeinsame Gesprächsfäden weiter knüpfte. Sprachlicher Beifang am Rande: Einige unter uns, die kein Spanisch in ihrer Sprachkombination haben, kamen zum ersten mal mit dem schönen Begriff „Tertulia“ in Berührung, der vor allem im späten 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts Treffen künstlerischer oder intellektueller Art bezeichnete. Man traf sich damals zum Gespräch an öffentlichen Orten wie Bars oder Cafés, wovon wir momentan natürlich nur träumen können! Nichtsdestotrotz haben wir beschlossen, eine eigene Serie von Tertulias zu begründen, auch wenn Kaffeeduft oder Champagnerprickeln bei den vorerst nur virtuell geplanten Zusammenkünften im Kopf hinzuimaginiert werden müssen. Auch ohne realen Absinth freuen wir uns auf viel Inspiration, die hier bestimmt entstehen wird.

Sylvie L. Roos leaving Euro communication EEIG

 “What I say does not definitely reflect what I think. What I do does not necessarily reflect what I say. Therefore not everything that I do necessarily contradicts everything that I think.”
British ambassador in Teheran explaining the logic of the Middle East

In 2019 our long-serving member Sylvie L. Roos decided to leave euro communication EEIG by the end of the year. The British-French national with German Jewish cultural heritage had joined the group in 2002.

Sylvie can proudly look back on an impressive career as a conference interpreter, conference consultant and interpreter-trainer – all achieved while raising three children!

From 1974, Sylvie worked for decades as a freelance interpreter for the EU and other international institutions as well as for trade and industry, often as both interpreter and conference consultant.

She was entrusted for ten years with the role of Principal Interpreter for the UK Foreign and Commonwealth Office during which time she provided teams for many summits including the G20, G8, G6), as well as for assignments during the UK Presidency of the European Union in 2005.

In addition to her freelance interpreting career, Sylvie was also a much-appreciated interpreter-trainer: from 2001 to 2020 she was Associate Senior Lecturer at the University of Leeds (Master’s in Interpreting), guest lecturer at Helsinki University and visiting lecturer at Manchester University. 

Sylvie specialised in international law and high-level political meetings and holds a Masters of Advanced Studies in Interpreter Training from E.T.I. (Geneva), a post-graduate Diploma in Conference Interpreting from E.S.I.T. (Paris, Sorbonne), Maître-ès-Lettres (MA Dist) in Germanic Studies and Licence d’Anglais (BA Hons) in English language and civilisation from Paris III Sorbonne.

euro communication is very sad to lose such a high-profile colleague, fully dedicated not only to professionalism in interpreting, but also to excellent business relationships with clients and colleagues alike.

Un grand merci!” to Sylvie for the wealth of ideas and knowledge she has contributed to our group. We would like to wish her all the best for the future, good health and plenty of opportunities to enjoy her forthcoming retirement.

euro communication – der rote Faden in Krisenzeiten

Nein, die Wahl eines Motivs für unseren diesjährigen elektronischen Sommergruß ist uns alles andere als leichtgefallen. So gefühlt urplötzlich, wie die Pandemiewelle über uns schwappte, so fundamental und weitreichend sind ihre Auswirkungen für uns alle – da geht im Strudel der Veränderungen gerne mal die Orientierung verloren, stellt sich Verwirrung ein und so manche vermeintlich vielversprechende Lösung entpuppt sich als Irrweg.

Von alters her haben findige Geister Mittel und Wege gefunden, sich aus derlei misslicher Lage zu befreien, und hier kommt dann auch der „Faden“ (aus dem Grußkartenmotiv) ins Spiel: ob als rettender Faden der Ariadne im Labyrinth des blutdürstigen Minotauros oder als Gesprächsfaden, wobei  Dolmetscher als Mittler zwischen anderssprachigen Kulturen vielfach dazu beitragen, dass dieser nicht abreißt.

Als „roter Faden“ hat er eine interessante Geschichte: Eingeflochten in die Taue der königlichen englischen Flotte diente er als Markierung – ein Kniff, der bereits den alten Griechen bekannt war.  Ins Deutsche hielt er durch Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ Einzug als Metapher für die Neigung und Anhänglichkeit der Ottilie, die sich wie ein Faden durch ihr Tagebuch zieht, „der alles verbindet und das Ganze bezeichnet“.

Zurück zum eigentlichen Wortursprung: Aus dem griechischen petannýnai und dem lateinischen patere (= ausbreiten, sich erstrecken) wurde das lateinische Längenmaß passum (Klafter, Schritt) und aus diesem wiederum später althochdeutsch fadum, mittelhochdeutsch vadem und englisch fathom – ein nautisches Maß, das bei ausgebreiteten Armen von Fingerspitze zu Fingerspitze reicht. Bei der Marine berechnet man die Tiefe übrigens auch heute noch nach Faden.

Im Englischen nennt man den roten Faden von Gesprächen übrigens meistens einfach nur thread – daher auch die Bezeichnung der Abfolge von Posts in Online-Diskussionen.

In Fernost hat der rote Faden hingegen eine etwas andere Bedeutung. Hier bezeichnet er die schicksalhafte Verbindung zwischen Mann und Frau, was durch einen roten Faden an den Knöcheln beider – in Japan auch am kleinen Finger – symbolisiert wird. Teilweise überlappt die Bedeutung auch mit der westlichen Vorstellung der Seelenverwandtschaft. Pinyin hóng xiàn oder jap. (運命の)赤い糸(unmei no) akai ito entspricht als „roter Faden des Schicksals“ dem englischen The Red Thread of Fate.

Als schlichter Bindfaden, der in der Regel mindestens zwei oder mehr Teile zusammenfügt, zeigt der Faden – ganz gleich in welcher Farbe – vielleicht am deutlichsten, wozu er imstande ist: zum Knüpfen von Beziehungen oder auch zur Festigung des Zusammenhalts.

Better meetings than ever- in YOUR language!

Fools rush in, where angels fear to tread”, Alexander Pope, 1711

The pandemic has had a disruptive effect. Business-minded people, naturally, see opportunities. If we can Build Back Better, as the EU Recovery Fund, WHO, and UN SDGs have it, then we will have to be creative in not repeating the errors of the past, especially when it comes to combating climate change.

Some sectors suffering now recognise that they will undergo a profound overhaul before jettisoning their harmful legacy, and returning to the fray: cost-cutting (and corner-cutting) airlines, the car industry, high-density office blocks, and others, are doing some potentially painful sums.

What about the international conference sector? Is it enough to Zoom, Skype, Webex and Interactio each other, send a few emails, wave at a temporarily frozen image of your interlocutor, and hope for the best?

If all you got out of conferences before was a few business cards, and a folder, PDF or PowerPoint to take home and pore over, then maybe you will be happy to continue taking a back seat without the hassle of travel, continue interacting in a foreign language without feeling involved in a true meeting of minds, and keep your comfortable clothes and footwear on under the table.

But if you value communication, you will be itching to get back in the room, with all the back-up you need, including professional interpreters. And if that’s not possible in the medium-term, we will ALL have to do better than the passive consumption of a slide-show. We interpreters will have to be there, or at least “be there” somehow, to help you achieve your aims!

Work with us to get the best professional solution. Don’t fall for the hype that a technology or platform alone can magically transport you to the thick of the action, while respecting multilingualism! It can’t. But we can listen to your needs, and be creative and flexible in giving you human expertise to help you through this confusing period. Maybe meetings really will end up being better than ever before!

Von deinen und meinen Angelegenheiten oder Was hat das Bier mit der Bahre zu tun?

Wenn ich mein Gegenüber mit das ist nicht dein Bier abkanzle, dann ist das die klare Aufforderung, sich aus einer Sache rauszuhalten. Sage ich dem Engländer this is not your beer, kann ich damit höchstens die Inhaberschaft an einem Glas Gerstensaft klären. Versuche ich es mit that’s not your pigeon würde er mich wohl nur mithilfe eines guten Wörterbuches verstehen, auch wenn dieses durchaus erklärt, dass ich mir mit dem Hinweis auf die Taube jede Einmischung verbitte. Der Ausdruck ist aber selten – und hat übrigens mit der Taube nichts zu tun, sondern ist eine Verballhornung des Wortes Pidgin. Jedenfalls: wenn der Brite oder US-Amerikaner sein Gegenüber aus einer Sache heraushalten will, sagt er eher nüchtern-grob this is not your business oder etwas gewählter not your beeswax , was als Bienenwachs mit dem Bier auch nur drei Anfangsbuchstaben gemeinsam hat.

Wenn ich das ist nicht dein Bier im Französischen zu ce n’est pas ta bière mache, ist das unverständlich oder klingt sogar leicht makaber: Die Übersetzung das ist nicht deine Bahre gibt zwar nur die zweite Bedeutung des Wortes bière wieder, ist aber alles andere als abwegig. (Nebenbei gesagt: In dem sehr hörenswerten Chanson Dire que Fernand est mort spielt der unsterbliche Jacques Brel mit der Doppelbedeutung des Wortes.) Eher müsste ich sagen Ce ne sont pas tes oignons, also nicht deine Zwiebeln, womit man vom Biergarten in den Gemüsegarten versetzt wird. Was ja auch einleuchtet, alldieweil die Einrichtung des Biergartens in Frankreich nicht besonders verbreitet, die Zwiebel dagegen durchaus beliebt ist.

Als unverbesserliche Teeliebhaber haben die Engländer bekanntlich den Ausdruck that’s not my cup of tea geprägt – den die Franzosen in alter Feindschaft mit ce n’est pas ma tasse de thé übernommen haben. Das ist nicht gleichbedeutend wie not my business, was darauf hinweist, dass Tee eben kein Geschäft ist, sondern Genuss. Hier geht es denn auch um Vorliebe und Geschmack: Was nicht meine Tasse Tee ist, trifft nicht meinen Geschmack. Ob es mein Bier ist oder nicht, steht auf einem anderen Bierdeckel. Prost!

 

Schloss, Schlösser, Lockdown!

Schlösser haben es ja in sich – sprachlich und überhaupt. So bauen Franzosen ihre Luftschlösser in Spanien: Des châteaux en Espagne sind Hirngespinste, die zwar fantasievoll, in Wirklichkeit aber unerreichbar sind, Luftschlösser eben. Zurückzuführen ist die Redewendung darauf, dass in feudalen Zeiten französischen Rittern Schlösser in Spanien zum Lehen gegeben wurden, die sie sich allerdings erst erobern mussten. Die Hoffnung darauf fiel wohl ebenso schnell in sich zusammen wie ein vulgäres château de cartes, das im Deutschen als einfaches Kartenhaus ja auch deutlich weniger herrschaftlich daherkommt, auch wenn nach dem Einsturz der gleiche papierene Trümmerhaufen übrig bleibt.  

Dass einem Engländer sein Heim sein Schloss ist (an Englishman’s home is his castle), ist wohlbekannt und sagt bestimmt einiges über seine Häuslichkeit aus. Ob das umgekehrt auch gilt (an Englishman’s castle is his home), muss nach Corona-bedingtem Genuss der einschlägigen königlichen Serie «The Crown» angezweifelt werden, jedenfalls wenn man sich das Heim als etwas Behütendes vorstellt. 

Reich mir die Hand, mein Leben – und komm auf mein Schloss mit mir! In der Originalsprache prahlt Don Giovanni nicht mit einem (Luft?) Schloss, sondern umwirbt die unschuldige Zerlina mit einem Eheversprechen. – Là ci darem la mano, là mi dirai di sì (Dort reichen wir uns dann die Hand – dort sagst Du mir dann Ja!). Frech ist beides, eben echt Don Juan.

Das deutsche Schloss scheint mir sprachlich sonst eher in seiner Bedeutung als Schliessvorrichtung verbreitet: Wer hinter Schloss und Riegel sitzt, wohnt nicht in einem adligen Riegelhaus. (Das in der Schweiz übrigens Rieghaus heisst und dort durchaus für helvetische Verhältnisse schlossähnliche Grösse erreichen kann.) Wer ein Schloss knackt, ist nicht ein Einbrecher, der es auf die Kronjuwelen abgesehen hat, sondern im günstigeren Fall der Mann vom Schlüsseldienst. Dieses deutsche Schloss heisst übrigens auf English lock, womit der Lockdown nichts anderes bewirkt, als uns alle für eine Weile hinter Schloss und Riegel zu bringen. Wenn dann unser Heim unser Schloss ist, können wir es uns dabei doch eigentlich ganz gemütlich machen. Oder? 

Ob Barney Castle sein Schicksal wird?

In Großbritannien steht Dominic Cummings, der wichtigste Berater von Premierminister Johnson, gegenwärtig schwer unter Beschuss, weil er trotz des Corona-bedingten Reiseverbots mit seiner infizierten Frau und seinem Sohn etwa 430 Kilometer nach Durham zu seinen Eltern gefahren ist. Er begründete diese vermeintliche Verletzung der in Großbritannien geltenden Einschränkungen mit der Sorge um eine zuverlässige Betreuung für seinen Sohn. Zudem fuhr er von Durham aus mit Frau und Sohn zu der in der Nähe gelegenen Sehenswürdigkeit Barnard Castle (auch bekannt als ‚Barney Castle‘) – mit der kreativen Begründung, dass er angesichts seiner eigenen vermeintlichen Corona-Infektion bei dieser Autofahrt seine Sehfähigkeit im Hinblick auf die Rückfahrt nach London habe testen wollen. Die ganze Reise hat ihm schwerste Kritik eingebracht  – und mit seiner Rechtfertigung für den zusätzlichen Touristenausflug nach Barnard Castle hat er auch noch reichlich Hohn und Spott eingeheimst: Mit dieser Begründung hat er nämlich quasi Kohlen nach Newcastle getragen („to carry coal to Newcastle“ = „Eulen nach Athen tragen“), denn schon im 16. Jahrhundert hatte sich in England die Redewendung „That’s Barney Castle!“ als Umschreibung für eine feige Ausrede für eine unsinnige Handlung etabliert …

Wintertagung von euro communication in Frankfurt

euro communication sei ein „work in progress“, so formulierte es einst ein Gründungsmitglied. Ein Zusammenschluss, der sich permanent weiterentwickeln müsse, um langfristig Kunden die bestmögliche Dienstleistung und gleichgesinnten Kollegen eine berufliche Heimat zu bieten. In dieser Tradition stand auch das Wintertreffen von euro communication am 29.2 und 1.3. in Frankfurt. Es wurde konstruktiv und intensiv darüber diskutiert, wie in einem schwierigen Marktumfeld und angesichts neuer technischer Möglichkeiten eine qualitativ hochwertige Beratung gewährleistet werden kann und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um eine erstklassige Dienstleistung erbringen zu können. Und es wurde mit Brigitte Stanglmeier aus Rom ein neues Mitglied willkommen geheißen und damit die Präsenz von ec auch nach Italien erweitert. Getreu der Tradition kam aber auch das Vergnügliche nicht zu kurz. Im Restaurant Größenwahn, das in Folge der 68er Bewegung mit dem politischen Motto gegründet wurde „Die Welt soll wärmer und weiblicher werden“, ließen es sich die anwesende ec-ler, Weiblein und Männlein, bei Speis und Trank gut gehen.