Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…

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…heißt es schon in Matthäus 4,4 – eine Bibelstelle, die dank Martin Luther zu einer der beliebtesten Redewendungen im deutschen Sprachraum geworden ist.

Ernährt sich der Mensch, um zu überleben, außer von Brot vielleicht auch von Würmern, wie eine wörtlich-naive Übersetzung von „Diet of Worms“ nahe legen könnte? Geht es hier also um die mancherorts ja durchaus vorhandene Vorliebe für diese eiweißreichen Nährstofflieferanten?

Tatsächlich hat „Diet of Worms“ aber auch so gar nichts mit bestimmten Ernährungsweisen zu tun, und seien sie auch noch so exotisch. Vielmehr hat das englische Wort „diet“ noch eine ganz andere Bedeutung, nämlich die der „Versammlung“, allerdings nur in einem eng begrenzten historischen Zusammenhang. Hauptsächlich wird der Begriff „diet“ als Bezeichnung für die Reichstage des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verwendet – in unserem Beispiel für den berühmten Reichstag zu Worms. Anknüpfend an diese Tradition wird auch der Deutsche Bundestag mitunter als „Federal Diet“ bezeichnet. Von hier ist der gedankliche Schritt zu üppig bemessenen Abgeordnetendiäten nicht mehr allzu groß, würde man den einen oder anderen Parlamentarier hin und wieder doch lieber mit Würmern abspeisen, als mit sauer verdienten Steuergeldern.

Wie dem auch sei – erbaulicher ist es allemal, sich von diesen sehr irdischen Gedanken himmlischeren Gefilden hinzuwenden: der im Titel zitierte Bibelvers hat noch einen zweiten Satzteil, der da lautet “sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes geht“. Ein voller Bauch allein reicht nicht aus, der Mensch bedarf auch geistiger Nahrung. Womit die herausragende Bedeutung des Wortes – und damit auch von Sprache – für die gedeihliche Entwicklung der Menschen von höchster Instanz unterstrichen wird.

Horse-trading?

Klar handeln die Bauern im Bild nicht mit Pferden, sondern mit Kühen, das haben Sie natürlich längst selbst festgestellt.

Allerdings scheint der englische Begriff horse-trading auf den ersten Blick inhaltlich fast bedeutungsgleich mit dem deutschen Kuhhandel zu sein. Es geht lediglich um Nuancen im Gebrauch. Während dem deutschen Kuhhandel und dem britischen horse-trading eine leichte Anrüchigkeit anhaftet und sie oft als Bezeichnung für ein kleinlich geführtes, übles Tauschgeschäft dienen – bei den Briten vor allem gerne im politischen Kontext -,  wird beim amerikanischen horse trading  mit harten Bandagen und einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit um die Erzielung eines vorteilhaften Abschlusses gefeilscht.

Und wozu das Wörterbuch?

Das Bild zeigt einen Viehmarkt in der rätoromanischen Schweiz. Dazu muss man wissen, dass das Rätoromanische fünf unterschiedliche Idiome kennt, deren Sprecher (heute noch ca. 60.000) sich teilweise nur mit Mühe verstehen können. Ältere Generationen, deren Mutter- oder Hauptsprache das Rätoromanische war, taten oder tun sich oft auch mit dem Deutschen nicht so leicht.

Und wenn man so gar nicht weiterkommt, hilft dann auch mal ein Wörterbuch weiter!

 

Hase und Igel?

Hat sich bei uns das Sinnbild vom Hasen und Igel aus dem Grimm’schen Märchen durchgesetzt, geht im englischsprachigen Ausland der Hase mit der Schildkröte an den Start  –  The Hare and The Tortoise. Nur ist es in der Äsop’schen Fabel eigentlich sogar umgekehrt. Der ewigen Prahlereien des Hasen müde, fordert in der am weitesten verbreiteten Version der Fabel die Schildkröte den Nager zum ungleichen Wettkampf heraus. Die Niederlage ereilt den Hasen dort nicht, wie im Grimm’schen Märchen, durch die List seines Kontrahenten, der seine Ehefrau an seiner statt schlau auf der Ziellinie postiert, sondern aufgrund der eigenen Überheblichkeit und des Vertrauens in die eigene Überlegenheit.

Trotz einiger Unterschiede in der Handlung und der Akteure schildern letztlich beide Fabeln die Überlegenheit von Intelligenz über die körperliche Stärke im Falle der deutschen Mär – Brain over brawn (Muskelkraft), wie es im Englischen so schön heißt – oder in der englischen Fabel auch von Beharrlichkeit über die körperliche Überlegenheit. Und auch hier findet sich im Englischen ein sprechender Begriff: doggedness.

Und wer nun trotz der oben geschilderten moralischen Lehren dennoch auf den Hund kommt, ist selbst schuld.

Apropos: Wir bitten um Verzeihung, dass es sich bei dem im Bild dargestellten Hasen gar nicht um einen solchen handelt, sondern um ein Karnickel.

Eingedeutscht und neu gedeutet

Ob es sich um Spots dreht, die angeblich gefilmt werden, oder Editors, die keine sind, sondern nur Journalisten – Beispiele dafür, wie englische Begriffe kaum hinterfragt ins Deutsche übernommen und dabei umgedeutet werden gibt es viele. Weit verbreitet scheint diese Phänomen sprachlichen Dünnbrettbohrens insbesondere in der Medienbranche zu sein, wie der Spiegel-Autor Peter Littger in seinem Artikel auf sehr unterhaltsame Art und mit zahlreichen Anschauungsbeispielen beschreibt, dessen Lektüre Ihnen hiermit ans Herz gelegt sei. Auch in anderen Kreisen führt die falsche Verwendung englischer Wörter oder Floskeln im schlimmsten Fall zu Missverständnissen, im günstigsten vielleicht zu nicht beabsichtigten humoristischen Nebeneffekten. Auch hierzu gibt es einen schönen Beitrag vom oben genannten Autor.

Viel Spaß damit und viel Erfolg beim Vermeiden englischer Sprachfallen wünschen Ihnen Ihre Dolmetscher von euro communication.

Zwischen Welten

Dass Dolmetscher nicht nur bei Gesprächen zwischen Politikern, bei Fachkonferenzen oder im Fernsehen im Einsatz sind, sondern vielfach auch in Krisengebieten, wird häufig übersehen; in der Berichterstattung spielen sie bestenfalls eine Randrolle, und wenn überhaupt, nur in negativem Zusammenhang. Der Film Zwischen Welten von Feo Aladag, Gewinnerin des Deutschen Filmpreises und Wettbewerbsbeitrag bei der diesjährigen Berlinale, befasst sich unter anderem mit deren Schicksal. Er handelt von einem Außenposten der Bundeswehr in einem afghanischen Dorf, die dort die Bevölkerung vor den Taliban schützen sollen. Schnell verkompliziert sich jedoch die Lage: der Dolmetscher wird von Islamisten bedroht und die Hauptfigur des Films, Hauptmann Jesper, muss sich zwischen Gewissen und Befehlsgehorsam entscheiden. Der Film läuft ab heute in deutschen Kinos.

Mehr Information über Dolmetscher in Krisengebieten findet sich auch auf der Webseite des internationalen Berufsverbands für Konferenzdolmetscher aiic.

Ein bisschen Gehirntuning für mehr Innovation, gefälligst?

DOAC 2013

Fotografen: Bischof & Broel

So lautete der Slogan der diesjährigen DOAG Konferenz + Ausstellung 2013, die vergangene Woche bereits zum 6. Mal in Nürnberg über die Bühne ging. DOAG steht kurz für Deutsche ORACLE Anwendergruppe e.V. und ist das Netzwerk der Oracle-Community. Die Konferenz bietet den Anwendern von Oracle Datenbanktechnologien ein Rundumpaket aus Fachvorträgen, Erfahrungsberichten, Workshops, Networking und Ausstellungen – Highlights der Veranstaltung sind zahlreiche Key-Note Speaker, u.a. aus dem Oracle-Headquarter in den USA. Mittlerweile zieht das Branchengroßereignis mehr als 2000 Besucher an, viele davon aus dem Ausland. Damit alle Teilnehmer die dargebotene Informationsfülle und das Know-how optimal nutzen können, setzt der Veranstalter seit 2008 auf den bewährt hochklassigen Service der Dolmetscher von euro communication.