Konzernsprache Englisch

Jetzt hat es auch PC erwischt (im Klartext: People’s Car, vormals bekannt als Volkswagen): die Konzernsprache wird Englisch. Wie das klingen könnte, darüber sinniert im besten Denglisch Hannes Hintermeier in der FAZ vom 16. Dezember. Wir wollen uns einstweilen nicht ausmalen, wie es denn wäre, wenn der VW Konzern chinesisch parlieren würde. Ernst Piech jedenfalls prophezeit einen baldigen Verkauf an die Chinesen…..

Die Sprache lebt – den Smombies zum Trotz

Der Langenscheidt-Verlag kürt seit geraumer Zeit regelmäßig das Jugendwort des Jahres. Dabei können Jugendliche ihre Vorschläge auf einer Website einreichen und anschließend in einer Online-Abstimmung eine engere Auswahl ermitteln – aus der dann eine Jury das neue Jugendwort auswählt. Dieses Jahr hat „Smombie“ das Rennen gemacht, eine Kombination aus „Smartphone“ und „Zombie“ – gemeint ist damit eine Person, die so sehr auf ihr Handy fixiert ist, dass sie alles andere um sich herum gar nicht mehr wahrnimmt. Welche gelungene Wortschöpfung, da freut sich auch das Dolmetscherherz!

Diese Bezeichnung ließe sich auch trefflich für die immer wieder anzutreffenden Bahnfahrer verwenden, die sich im ICE-Großraumwagen mit einem Telefonpartner lautstark über die neuesten geschäftlichen, privaten oder gar intimen Entwicklungen austauschen und dabei gar nicht bemerken, dass die übrigen Mitreisenden (darunter auch hin und wieder ein Dolmetscher, der sich auf den nächsten Einsatz vorbereitet) neugierig, verlegen oder gar freudig erregt mithören …

My English is beautiful

Politiker sind es gewöhnt, in der Weltsprache Englisch zu parlieren. Doch bei wichtigen Veranstaltungen, wie offiziellen Verlautbarungen und Pressekonferenzen beispielsweise, verlassen sich selbst Sprachgenies wie der italienische Premierminister Matteo Renzi auf die Dienste professioneller Dolmetscher. Natürlich nicht, ohne vorher charmant auf die eigene angelsächsische Eloquenz hingewiesen zu haben, wie man hier sehen kann.

Simultandolmetscher – vorn dabei und doch nicht zu sehen

Im englischen „Guardian“ berichten drei Simultandolmetscher von ihren Einsätzen für wichtige Persönlichkeiten aus der Politik – http://www.theguardian.com/world/2014/jul/25/interpreters-world-events-gorbachev-reagan-deng-xiaoping-ahmadinejad

Die Quintessenz aus allen drei Kurzberichten ist klar – Dolmetscher sind oft in vorderster Linie dabei, sollen/dürfen dabei jedoch im Idealfall nicht wirklich wahrgenommen werden.

Zu beachten ist übrigens bei allen drei Dolmetschern, dass sie zwar allgemein über die berühmten Politiker schreiben, für die sie tätig waren – Details, Anekdoten oder pikante Stories geben sie jedoch nicht preis. Auch das ist fester Bestandteil der Berufsethik unseres Berufsstandes – sämtliche Informationen, die wir im Zuge unserer Tätigkeit erhalten, seien es persönliche Vorlieben oder auch technische Daten, werden zu jeder Zeit absolut vertraulich behandelt.

Konkurrenz durch elektronische Dolmetscher? „Du bist. Recht.“

Microsoft will seinen Telefondienst Skype zum elektronischen Dolmetscher ausbauen. Droht nun also tatsächlich das Ende der menschlichen Simultan- und Konferenzdolmetscher? Mitnichten. Zwar war das System bei einem Test in der Lage, einzelne Wörter recht schnell zu erkennen und in einer anderen Sprache wiederzugeben, aber mit dem Sinn hapert es doch gewaltig. So wurde aus „You are right“ im Deutschen „Du bist.Recht.“ Das klingt wie die zahlreichen anderen Versuche, mit Computerunterstützung eine komplett maschinelle Übersetzung zu erstellen – man denke nur an Google Translate, das ähnlich hanebüchene Ergebnisse liefert. Experten stellen so auch klipp und klar fest, dass derartige Systeme zwar dank ihrer großen Speicherkapazität blitzschnell die Wahrscheinlichkeiten möglicher Übersetzungen berechnen können und dann schlichtweg die Variante mit der höchsten Wahrscheinlichkeit verwenden – aber mit dem Sprachgefühl, das dem menschlichen Sprachverständnis zugrunde liegt, hat das wenig zu tun. Und es ist eben genau dieses Sprachgefühl, das dem deutschen Zuhörer bedeutet, ob der englische Redner nun gerade von einem Umzug oder einer Bewegung spricht, wenn er das Wort „move“ benutzt. Und das ist noch eines der einfacheren Beispiele, bei dem man die Mehrdeutigkeit eines Betriffs erkennen und richtig interpretieren muss …

Sind menschliche Simultandolmetscher also vom Aussterben bedroht? „Ich tue nicht glauben. So!“

Quelle: Handelsblatt, 28.05.2014, http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/projekt-von-microsoft-skype-soll-zum-dolmetscher-werden/9962560.html

 

Wir können alles außer Hochdeutsch

Die Rede von US-Präsident Obama am Brandenburger Tor wurde von mehreren TV-Sendern live ausgestrahlt und dabei von Simultandolmetschern übersetzt. Die nachfolgende Übersetzung richtet sich speziell an die Bürger im Südwesten der Republik: http://www.ardmediathek.de/swr-fernsehen-bw/landesschau-baden-wuerttemberg/obama-rede-auf-schwaebisch?documentId=15251540

Gold für Dolmetscher bei Olympia

Der Schweizer Simultandolmetscher René Muhmenthaler, einst auch Mitglied von euro communication, hat in einem Beitrag, der in der Neuen Züricher Zeitung erschienen ist, einige Aspekte der besonderen Herausforderung beim Dolmetschen bei Sportveranstaltungen im TV, konkret bei den Olympischen Spielen, erörtert – auch das ec- Mitglied Detlef Bruck-Willberg ist dort mit von der Partie. Die Schwierigkeiten, denen man mitunter schon beim „herkömmlichen“ Simultandolmetschen im Rahmen einer „gewöhnlichen“ Konferenz begegnet, potenzieren sich bei der Live-Übersetzung eines Interviews mit einem Sportler im Fernsehen: Schwierige Akustik, mitunter ungewöhnliches Englisch, Satzfragmente, extremer Zeitdruck. Man will ja als Dolmetscher nicht klagen, schließlich wird man ja auch genau dafür bezahlt. Aber ob die Zuschauer vor den Bildschirmen sich überhaupt der medaillenreifen Höchstleistungen bewusst sind, die ein TV-Dolmetscher in einer solchen Situation abliefert?

Ein höchst lesenswerter, amüsanter und für Unbedarfte sicherlich auch erhellender Artikel, der hier komplett nachzulesen ist.

Hoch den Kran

Der Kranhersteller Liebherr lud im Juni zu einer Kranvorführung der besonderen Art ein: Ein Kran-Mobile, bei dem mehrere Krane jeweils am Haken eines noch größeren Krans hingen. Für das internationale Publikum wurde diese Technik-Show auf Deutsch und Englisch moderiert – die englische Übersetzung lieferte euro communication-Mitglied Claus Brockschnieder. Hier geht’s zum Kran-Mobile.