Das Niveau sinkt

In der Kommunikation, der ein- wie auch der mehrsprachigen, scheint der Trend zur Vereinfachung permanent fortzuschreiten. Mag man die Jugendsprache noch als ewiges und nicht unbedingt schädliches Phänomen betrachten, weil sich eben jede junge Generation auch sprachlich von ihren Eltern absetzen will, so gibt die zunehmende Verbreitung der verkürzten Ausdrucksweise in den sozialen Medien und Messenger-Diensten schon eher Anlass zur Besorgnis. Vom Regieren per 140-Zeichen-Twitter-Nachrichten durch den aktuellen amerikanischen Präsidenten ganz zu schweigen.

Doch es gibt auch andere Ansätze, die auf den ersten Blick eine gute Absicht verfolgen, der Kommunikation aber letzten Endes doch einen Bärendienst erweisen. Nach Ansicht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fällt auch das Konzept der „leichten Sprache“ darunter. In einem Beitrag auf der Online-Feuilleton-Seite der Tageszeitung beklagt der Autor zurecht, dass bei diesem Ansatz der Informationsgehalt des Gesagten bzw. Geschriebenen leidet.

Eine Parallele hierzu findet sich auch auf internationaler Ebene. Bei der zunehmenden Verwendung von Englisch als Lingua franca scheint sich auch ein „simple English“ den Weg zu bahnen. Auf der persönlichen Ebene mag dies ja noch für die Annäherung zwischen zwei Menschen genügen. Auf der technischen Ebene (z. B. bei Fachtagungen und -konferenzen) ist es jedoch mehr als fraglich, ob „simple English“ wirklich dem gesteigerten gegenseitigen Verständnis dient.

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eurocommunication 20th Birthday Party

Members celebrated yesterday with a Spree on the Spree….  Much fun was had with old friends and new on an afternoon boat tour through historic Berlin, followed by dinner.

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Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…

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…heißt es schon in Matthäus 4,4 – eine Bibelstelle, die dank Martin Luther zu einer der beliebtesten Redewendungen im deutschen Sprachraum geworden ist.

Ernährt sich der Mensch, um zu überleben, außer von Brot vielleicht auch von Würmern, wie eine wörtlich-naive Übersetzung von „Diet of Worms“ nahe legen könnte? Geht es hier also um die mancherorts ja durchaus vorhandene Vorliebe für diese eiweißreichen Nährstofflieferanten?

Tatsächlich hat „Diet of Worms“ aber auch so gar nichts mit bestimmten Ernährungsweisen zu tun, und seien sie auch noch so exotisch. Vielmehr hat das englische Wort „diet“ noch eine ganz andere Bedeutung, nämlich die der „Versammlung“, allerdings nur in einem eng begrenzten historischen Zusammenhang. Hauptsächlich wird der Begriff „diet“ als Bezeichnung für die Reichstage des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verwendet – in unserem Beispiel für den berühmten Reichstag zu Worms. Anknüpfend an diese Tradition wird auch der Deutsche Bundestag mitunter als „Federal Diet“ bezeichnet. Von hier ist der gedankliche Schritt zu üppig bemessenen Abgeordnetendiäten nicht mehr allzu groß, würde man den einen oder anderen Parlamentarier hin und wieder doch lieber mit Würmern abspeisen, als mit sauer verdienten Steuergeldern.

Wie dem auch sei – erbaulicher ist es allemal, sich von diesen sehr irdischen Gedanken himmlischeren Gefilden hinzuwenden: der im Titel zitierte Bibelvers hat noch einen zweiten Satzteil, der da lautet “sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes geht“. Ein voller Bauch allein reicht nicht aus, der Mensch bedarf auch geistiger Nahrung. Womit die herausragende Bedeutung des Wortes – und damit auch von Sprache – für die gedeihliche Entwicklung der Menschen von höchster Instanz unterstrichen wird.

Achtung Sprachkünstler – neue englische Begriffe !

Die Sprache lebt ja bekanntlich. Dem will sich auch das Oxford English Dictionary nicht verschließen und hat nun einige neue Begriffe aufgenommen, die sich im mündlichen Sprachgebrauch bereits etabliert haben. Aus Sicht der Sprachentwicklung ist sicher der Begriff „woke“ sehr interessant; seine ursprüngliche Bedeutung von „gut informiert, auf dem Laufenden“ hat sich vornehmlich durch den Gebrauch in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gegen die Unterdrückung afro-amerikanischer Mitbürger verengt auf die politische Wachsamkeit gegenüber Diskriminierung und Unterdrückung.

Für Übersetzer und Dolmetscher dürfte auch „post-truth“ als Äquivalent zum deutschen „Postfaktischen“ hilfreich sein. Zum Schmunzeln hingegen ist die neue Verwendung von „son of a bachelor“ als Ausdruck der Verachtung.

Einen kurzen Überblick über die Neuaufnahmen in das Standardwörterbuch der englischen Sprache bietet unter anderem ein Artikel auf Spiegel Online.

Beruhigungspille für Dolmetscher

Seien wir Englisch-Dolmetscher doch mal ehrlich: Ergreift in einer EBR-Sitzung ein schottischer Arbeitnehmervertreter das Wort und berichtet über die aktuelle Lage am schottischen Standort des Unternehmens, dann kommen wir mitunter schon gehörig ins Schwitzen. Man müht sich dann ab, hat sich nach ein paar Sätzen einigermaßen in den Dialekt eingehört, so dass die Übersetzung für die Zuhörer einen Sinn ergibt  – und sagt sich hinterher dennoch vorwurfsvoll: „Das gibt’s doch nicht; das ist doch mein Job und meine Sprache, also muss ich doch auch den Schotten mühelos verstehen.“ Wer in den Wochen und Monaten zuvor ein starkes Selbstwertgefühl aufgebaut hat oder gar Gefahr läuft, beruflich abzuheben, wird durch so ein Dialekt-Erlebnis schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Wie gut tut es dann zu lesen – zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung vom 05.04.2017 –, dass man nicht alleine so bedröppelt dasteht und dass selbst die britischen Parlamentarier Schwierigkeiten mit dem Dialekt ihrer schottischen (Noch-) Kollegen haben.

Konzernsprache Englisch

Jetzt hat es auch PC erwischt (im Klartext: People’s Car, vormals bekannt als Volkswagen): die Konzernsprache wird Englisch. Wie das klingen könnte, darüber sinniert im besten Denglisch Hannes Hintermeier in der FAZ vom 16. Dezember. Wir wollen uns einstweilen nicht ausmalen, wie es denn wäre, wenn der VW Konzern chinesisch parlieren würde. Ernst Piech jedenfalls prophezeit einen baldigen Verkauf an die Chinesen…..

Horse-trading?

Klar handeln die Bauern im Bild nicht mit Pferden, sondern mit Kühen, das haben Sie natürlich längst selbst festgestellt.

Allerdings scheint der englische Begriff horse-trading auf den ersten Blick inhaltlich fast bedeutungsgleich mit dem deutschen Kuhhandel zu sein. Es geht lediglich um Nuancen im Gebrauch. Während dem deutschen Kuhhandel und dem britischen horse-trading eine leichte Anrüchigkeit anhaftet und sie oft als Bezeichnung für ein kleinlich geführtes, übles Tauschgeschäft dienen – bei den Briten vor allem gerne im politischen Kontext -,  wird beim amerikanischen horse trading  mit harten Bandagen und einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit um die Erzielung eines vorteilhaften Abschlusses gefeilscht.

Und wozu das Wörterbuch?

Das Bild zeigt einen Viehmarkt in der rätoromanischen Schweiz. Dazu muss man wissen, dass das Rätoromanische fünf unterschiedliche Idiome kennt, deren Sprecher (heute noch ca. 60.000) sich teilweise nur mit Mühe verstehen können. Ältere Generationen, deren Mutter- oder Hauptsprache das Rätoromanische war, taten oder tun sich oft auch mit dem Deutschen nicht so leicht.

Und wenn man so gar nicht weiterkommt, hilft dann auch mal ein Wörterbuch weiter!