Horse-trading?

Klar handeln die Bauern im Bild nicht mit Pferden, sondern mit Kühen, das haben Sie natürlich längst selbst festgestellt.

Allerdings scheint der englische Begriff horse-trading auf den ersten Blick inhaltlich fast bedeutungsgleich mit dem deutschen Kuhhandel zu sein. Es geht lediglich um Nuancen im Gebrauch. Während dem deutschen Kuhhandel und dem britischen horse-trading eine leichte Anrüchigkeit anhaftet und sie oft als Bezeichnung für ein kleinlich geführtes, übles Tauschgeschäft dienen – bei den Briten vor allem gerne im politischen Kontext -,  wird beim amerikanischen horse trading  mit harten Bandagen und einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit um die Erzielung eines vorteilhaften Abschlusses gefeilscht.

Und wozu das Wörterbuch?

Das Bild zeigt einen Viehmarkt in der rätoromanischen Schweiz. Dazu muss man wissen, dass das Rätoromanische fünf unterschiedliche Idiome kennt, deren Sprecher (heute noch ca. 60.000) sich teilweise nur mit Mühe verstehen können. Ältere Generationen, deren Mutter- oder Hauptsprache das Rätoromanische war, taten oder tun sich oft auch mit dem Deutschen nicht so leicht.

Und wenn man so gar nicht weiterkommt, hilft dann auch mal ein Wörterbuch weiter!

 

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Wie sich Wörter in ihrer Bedeutung verselbständigen

Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden der englischen Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich hat sich ein interessantes Beispiel für die Weiterentwicklung der Sprache ergeben. Eine britische Radioreporterin wollte das englische Team als „überbezahlte Pfeifen“ bezeichnete und drückte das in ihrer Muttersprache mit „overpaid nonces“ aus. Und in der Tat ist „nonce“ vor allem bei der jüngeren Generation ein geläufiges Schimpfwort für „Idiot“ oder „Weichling“. Zu dumm allerdings, dass der Reporterin der Ursprung des Begriffs nicht bekannt war – der im „offiziellen“ England nach wie vor die vorherrschende Bedeutung darstellt: „Nonce“ entstammt dem Gefängnisjargon und steht für „Not – On – Normal – Courtyard – Exercise“. Damit sind Gefangene gemeint, die von den anderen Insassen getrennt werden –  in den meisten Fällen handelt es sich um Pädophile.

Nachzulesen ist die Geschichte unter anderem hier.

Gerade bei den Schimpfwörtern haben wir ja auch im Deutschen einige Beispiele, bei denen ein Wort als mitunter böses, aber doch eher allgemein gemeintes Schimpfwort verwendet wird und die ursprüngliche Bedeutung in den Hintergrund gerückt ist. Doch derartige Beispiele will ich an dieser Stelle nun wahrlich nicht erörtern …

 

Yet another interpreting revolution coming up?

While Google seems to have put their automated voice translation project on the back burner for the time being, other language pioneers take centre stage. Sounds brilliant: two people + two earpieces = bilingual communication. Here is how it’s supposed to work. Well, turns out it’s merely a crowdfunding idea at this point…

At any rate, we at euro communication always keep a keen eye on the latest tech trends in the language industry. If for no other reason than to advise our customers on the benefits of professional interpreting services for their events.

Kanzlerin benutzt englisches Idiom – na ja, fast richtig

Beim Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama auf der Hannover-Messe gab sich die deutsche Kanzlerin Merkel polyglott: Am Ende der kurzen Begrüßung vor der versammelten Presse wollte sie ihren Gast rasch in den Ausstellungsbereich lotsen, um vor Ort die neuesten Technologien in Augenschein zu nehmen. Anstatt also nur theoretisch über dieses und jene Produkt zu fachsimpeln, bevorzugte sie die persönliche, praktische Erfahrung im Sinne von „Probieren geht über studieren“. Und um Barack (und sicherlich auch die versammelte Presse) zu beeindrucken, brachte sie diesen Vorschlag auf Englisch vor: „The proof of the pudding is the eating“.

Dieses englische Sprichwort geht, manchen Quellen zufolge, bis ins 16. oder gar 14. Jahrhundert zurück und bezog sich möglicherweise nicht auf einen Pudding im heutigen Sinne, sondern bezeichnete eine eher deftige Speise aus den gefüllten Innereien eines Tiers – was der schottischen Nationalspeise Haggis sehr nahe kommt.

Wie auch immer – der entscheidende Punkt ist, dass die Kanzlerin zwar aus guter Absicht handelte, aber in der Umsetzung dennoch leicht daneben lag; denn korrekterweise lautet das englische Sprichwort „the proof of the pudding is in the eating“. Natürlich kann man bei diesem kleinen Lapsus angesichts der guten Absicht Nachsicht üben, aber dem gut informierten Dolmetscher ist die korrekte Redewendung sicherlich geläufig.