Ob Barney Castle sein Schicksal wird?

In Großbritannien steht Dominic Cummings, der wichtigste Berater von Premierminister Johnson, gegenwärtig schwer unter Beschuss, weil er trotz des Corona-bedingten Reiseverbots mit seiner infizierten Frau und seinem Sohn etwa 430 Kilometer nach Durham zu seinen Eltern gefahren ist. Er begründete diese vermeintliche Verletzung der in Großbritannien geltenden Einschränkungen mit der Sorge um eine zuverlässige Betreuung für seinen Sohn. Zudem fuhr er von Durham aus mit Frau und Sohn zu der in der Nähe gelegenen Sehenswürdigkeit Barnard Castle (auch bekannt als ‚Barney Castle‘) – mit der kreativen Begründung, dass er angesichts seiner eigenen vermeintlichen Corona-Infektion bei dieser Autofahrt seine Sehfähigkeit im Hinblick auf die Rückfahrt nach London habe testen wollen. Die ganze Reise hat ihm schwerste Kritik eingebracht  – und mit seiner Rechtfertigung für den zusätzlichen Touristenausflug nach Barnard Castle hat er auch noch reichlich Hohn und Spott eingeheimst: Mit dieser Begründung hat er nämlich quasi Kohlen nach Newcastle getragen („to carry coal to Newcastle“ = „Eulen nach Athen tragen“), denn schon im 16. Jahrhundert hatte sich in England die Redewendung „That’s Barney Castle!“ als Umschreibung für eine feige Ausrede für eine unsinnige Handlung etabliert …