Sprachwitz bei den Wörtern des Jahres

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat Ende November ihr Wort des Jahres gekürt. Auf den ersten drei Plätzen befinden sich neue Kreationen und Formulierungen, die das auslaufende Jahr zweifellos geprägt haben: Respektrente – Rollerchaos – Fridays for Future.

Und sicherlich haben auch noch andere Wörter aus der Top-Ten-Liste der GfdS im Jahr 2019 einen starken Eindruck hinterlassen. So ist vermutlich mittlerweile der halbe Kontinent „brexitmüde“ (Platz 6), und zumindest in Österreich dürfte fast jeder Bürger wissen, dass man bei „Oligarchennichten“ (9) vorsichtig sein sollte.

Aus rein sprachlicher Sicht ist der 4. Platz wohl ein besonderes Highlight: „Schaulästige“. Geprägt wurde dieser Ausdruck von der Verkehrsredaktion von SWR3. Die Redakteure des Radiosenders waren Gaffer-müde und fanden das daraus entstehende Respektchaos zu Recht nicht lustig. Daher beschlossen sie, mit dem Euphemismus Schluss zu machen und die Sache so zu benennen, wie sie ist, nämlich lästig. Mittlerweile läuft sogar eine vom Sender gestartete Petition, um die „Schaulästigen“ in den Duden aufnehmen zu lassen.

Und im Prinzip ist ja selbst dies noch eine milde Formulierung, man könnte durchaus auch von „Schaukriminellen“ sprechen.