Das Niveau sinkt

In der Kommunikation, der ein- wie auch der mehrsprachigen, scheint der Trend zur Vereinfachung permanent fortzuschreiten. Mag man die Jugendsprache noch als ewiges und nicht unbedingt schädliches Phänomen betrachten, weil sich eben jede junge Generation auch sprachlich von ihren Eltern absetzen will, so gibt die zunehmende Verbreitung der verkürzten Ausdrucksweise in den sozialen Medien und Messenger-Diensten schon eher Anlass zur Besorgnis. Vom Regieren per 140-Zeichen-Twitter-Nachrichten durch den aktuellen amerikanischen Präsidenten ganz zu schweigen.

Doch es gibt auch andere Ansätze, die auf den ersten Blick eine gute Absicht verfolgen, der Kommunikation aber letzten Endes doch einen Bärendienst erweisen. Nach Ansicht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fällt auch das Konzept der „leichten Sprache“ darunter. In einem Beitrag auf der Online-Feuilleton-Seite der Tageszeitung beklagt der Autor zurecht, dass bei diesem Ansatz der Informationsgehalt des Gesagten bzw. Geschriebenen leidet.

Eine Parallele hierzu findet sich auch auf internationaler Ebene. Bei der zunehmenden Verwendung von Englisch als Lingua franca scheint sich auch ein „simple English“ den Weg zu bahnen. Auf der persönlichen Ebene mag dies ja noch für die Annäherung zwischen zwei Menschen genügen. Auf der technischen Ebene (z. B. bei Fachtagungen und -konferenzen) ist es jedoch mehr als fraglich, ob „simple English“ wirklich dem gesteigerten gegenseitigen Verständnis dient.

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