Wie sich Wörter in ihrer Bedeutung verselbständigen

Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden der englischen Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich hat sich ein interessantes Beispiel für die Weiterentwicklung der Sprache ergeben. Eine britische Radioreporterin wollte das englische Team als „überbezahlte Pfeifen“ bezeichnete und drückte das in ihrer Muttersprache mit „overpaid nonces“ aus. Und in der Tat ist „nonce“ vor allem bei der jüngeren Generation ein geläufiges Schimpfwort für „Idiot“ oder „Weichling“. Zu dumm allerdings, dass der Reporterin der Ursprung des Begriffs nicht bekannt war – der im „offiziellen“ England nach wie vor die vorherrschende Bedeutung darstellt: „Nonce“ entstammt dem Gefängnisjargon und steht für „Not – On – Normal – Courtyard – Exercise“. Damit sind Gefangene gemeint, die von den anderen Insassen getrennt werden –  in den meisten Fällen handelt es sich um Pädophile.

Nachzulesen ist die Geschichte unter anderem hier.

Gerade bei den Schimpfwörtern haben wir ja auch im Deutschen einige Beispiele, bei denen ein Wort als mitunter böses, aber doch eher allgemein gemeintes Schimpfwort verwendet wird und die ursprüngliche Bedeutung in den Hintergrund gerückt ist. Doch derartige Beispiele will ich an dieser Stelle nun wahrlich nicht erörtern …

 

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