Kanzlerin benutzt englisches Idiom – na ja, fast richtig

Beim Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama auf der Hannover-Messe gab sich die deutsche Kanzlerin Merkel polyglott: Am Ende der kurzen Begrüßung vor der versammelten Presse wollte sie ihren Gast rasch in den Ausstellungsbereich lotsen, um vor Ort die neuesten Technologien in Augenschein zu nehmen. Anstatt also nur theoretisch über dieses und jene Produkt zu fachsimpeln, bevorzugte sie die persönliche, praktische Erfahrung im Sinne von „Probieren geht über studieren“. Und um Barack (und sicherlich auch die versammelte Presse) zu beeindrucken, brachte sie diesen Vorschlag auf Englisch vor: „The proof of the pudding is the eating“.

Dieses englische Sprichwort geht, manchen Quellen zufolge, bis ins 16. oder gar 14. Jahrhundert zurück und bezog sich möglicherweise nicht auf einen Pudding im heutigen Sinne, sondern bezeichnete eine eher deftige Speise aus den gefüllten Innereien eines Tiers – was der schottischen Nationalspeise Haggis sehr nahe kommt.

Wie auch immer – der entscheidende Punkt ist, dass die Kanzlerin zwar aus guter Absicht handelte, aber in der Umsetzung dennoch leicht daneben lag; denn korrekterweise lautet das englische Sprichwort „the proof of the pudding is in the eating“. Natürlich kann man bei diesem kleinen Lapsus angesichts der guten Absicht Nachsicht üben, aber dem gut informierten Dolmetscher ist die korrekte Redewendung sicherlich geläufig.

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