Balkonien oder gar Naycation?

Haben Sie den Urlaub in Italien, Spanien oder der Karibik verbracht? Angesichts des durchgehend schönen Wetters im vergangenen Sommer war Balkonien sicherlich nicht die schlechteste Alternative. Wann und von wem dieser Begriff geprägt wurde, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen. Dass es jedoch – angelehnt an die in Ländernamen häufig vorkommende Endung „-ien“ – die scherzhafte Schöpfung eines neuen Landes darstellt, dessen größter Landesteil ein Balkon ist, leuchtet zweifellos ein.

Und was sagen eigentlich Briten und Amerikaner, wenn sie den Urlaub nicht in fernen Ländern, sondern auf dem heimischen Balkon verbringen, vielleicht „Balconia“? Das wäre zwar eine nahe liegende Übertragung des deutschen Konstruktionsprinzips ins Englische, doch leider kann ein englischer Muttersprachler damit wenig anfangen. Im Englischen spricht man vielmehr von „staycation“. Das ist, wie im Deutschen, eine scherzhafte Kombination zweier „richtiger“ Wörter, nämlich „stay (at home)“ – für „(zu Hause) bleiben“ – und „vacation“ – also „Urlaub“. Zwei nach demselben Prinzip funktionierende Wortschöpfungen, die jedoch weniger häufig anzutreffen sind, lauten „nearcation“ (also „Urlaub in der näheren Umgebung“) oder „naycation“ – d.h. „gar kein Urlaub“ („nay“ = „nein“).

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