Wörtlich wiedergeben oder sprachlich anpassen – auch für Journalisten nicht immer einfach

In einem Blog der britischen Tageszeitung ‚The Guardian‘ beschreibt Saptarshi Ray ein journalistisches Dilemma, das uns Dolmetschern nicht ganz fremd ist: Wie geht ein Journalist in einem zu verfassenden Artikel mit Zitaten um, die idiomatisch nicht ganz passen. Dabei bringt er mehrere Beispiele an, bei denen sich Menschen, deren Muttersprache nicht Englisch ist, auf Englisch ausdrücken, dabei jedoch idiomatische Konzepte verwenden, die es nur in ihrer Muttersprache gibt. In der Dolmetscherwelt würde das einem Redner entsprechen, der auf Deutsch davon spricht, dass er jemandem „nicht die Kerze reichen kann“ – was zwar die wörtliche Übersetzung von „to hold a candle to sb.“ ist, aber im Deutschen mit „jemandem das Wasser reichen“ wiedergegeben würde.

Saptarshi Ray und andere Redakteure des ‚Guardian‘ sind sich einig, dass die Antworten von Interviewpartnern generell glattgebügelt, also geschmeidig und verständlich – aber immer originalgetreu – formuliert werden sollten. Und auch dem wiederum kann man sich als Dolmetscher nur anschließen.

Dieser höchst interessante Beitrag im ‚Guardian‘ ist hier zu finden.

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